ENERGIEVERBRAUCH

Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Gas? Kosten, Vergleich & die bessere Alternative

Aktualisiert:

23.07.2026

Lesezeit:

9

Minuten
Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Gas? Kosten, Vergleich & die bessere Alternative

Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Gas? Das Wichtigste in Kürze

  • Kein lohnenswerter Umstieg: Der Wechsel von Öl auf Gas gilt trotz neuer Gesetzeslage im Jahr 2026 als finanzielle Sackgasse, da beide Systeme auf fossilen Brennstoffen basieren und langfristig unwirtschaftlich sind.
  • Die Bio-Treppe als Preistreiber: Durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) müssen neue Gasheizungen ab 2029 verpflichtend steigende Anteile an teurem „grünen“ Gas (z. B. Biomethan) beimischen (bis zu 60 % im Jahr 2040).
  • Explodierende CO₂-Kosten ab 2028: Mit dem Start des Europäischen Emissionshandels (ETS 2) entfällt die staatliche Preisdeckelung für CO₂ – Experten prognostizieren bis zu 250 € pro Tonne im Jahr 2030, was fossiles Heizen drastisch verteuert.
  • Staatliche Förderung verfällt: Wer von Öl auf Gas umrüstet, erhält keinerlei staatliche Zuschüsse und trägt die vollen Kosten (ca. 10.000 bis 17.000 €) komplett aus eigener Tasche.
  • Gas schlägt Öl nur im Direktvergleich: Zwar ist Gas im laufenden Betrieb aktuell etwas günstiger, verbrennt sauberer und spart Platz im Keller, doch beide Systeme teilen durch das gesetzliche Enddatum am 31.12.2044 dasselbe Schicksal.
  • Wärmepumpe als zukunftssichere Alternative: Der direkte Sprung zu erneuerbaren Energien schützt dauerhaft vor fossilen Kostenrisiken und wird vom Staat beim Tausch einer alten Ölheizung mit bis zu 80 % Förderung massiv bezuschusst.

Lohnt sich der Wechsel zu Gas?

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Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Gas?

Der reine Umstieg von Öl auf Gas lohnt sich finanziell und ökologisch nicht. Stattdessen läuft man Gefahr, in eine wirtschaftliche und gesetzliche Falle zu tappen. Da beide Energieträger fossile Brennstoffe sind, treiben die stetig steigende CO₂-Steuer und unsichere Marktpreise die Kosten weiter hoch. Zudem stehen Gasheizungen langfristig vor strengeren gesetzlichen Auflagen.

Die 4 Hauptgründe gegen einen Wechsel von Öl zu Gas sind:

1. Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) erlaubt zwar fossile Heizungen, führt aber im Gegenzug für neu eingebaute Anlagen die sogenannte Bio-Treppe ein. Das bedeutet: Wenn du jetzt eine neue Gasheizung installierst, bist du gesetzlich verpflichtet, in wenigen Jahren teures „grünes“ Gas (z. B. Biomethan) beizumischen:

  • Ab 2029: Mindestens 10 % klimaneutrales Gas
  • Bis 2040: Stufenweiser Anstieg auf 60 %

Da „grünes“ Gas am Markt extrem knapp und deutlich teurer als normales fossiles Erdgas ist, werden die laufenden Heizkosten für solche Anlagen zwangsläufig in die Höhe schießen.

Schon gewusst?

Sobald du Biogas (Biomethan) beimischst, schießt der Preis pro Kilowattstunde (kWh) massiv in die Höhe.

  • Fossiles Erdgas (Neukundentarif): ca. 8,5 bis 10 Cent/kWh
  • Tarif mit 65 % Biomethan-Anteil: ca. 15 Cent/kWh

Was das bedeutet: Für ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20 000 kWh zahlst du für normales Erdgas aktuell etwa 1.700 bis 2.000 € im Jahr. Musst du gesetzlich auf einen Tarif mit hohem Biomethan-Anteil wechseln, springen die jährlichen Heizkosten sofort auf rund 3.000 €. Das ist ein Aufschlag von fast 1.000 € pro Jahr, Tendenz steigend.

2. Der CO₂-Preis

Um den Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen anzukurbeln, hat die Bundesregierung das Heizen mit fossilen Brennstoffen teurer gemacht. Die CO₂-Steuer wurde 2021 in Deutschland eingeführt und betrifft vor allem Heizöl und Erdgas. Sie ist im sogenannten Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) verankert und ein zentraler Baustein der deutschen Klimapolitik.

Ab 2028 unterliegen sowohl Öl als auch Gas dem Europäischen Emissionshandel (ETS 2). Bis dahin bleibt 2027 der nationale CO₂-Preis nach BEHG maßgeblich. Erst mit dem tatsächlichen ETS2-Start entfällt der gedeckelte Fixpreis, der Preis bildet sich dann frei am Markt.

Da das Heizen mit fossilen Energien dadurch Jahr für Jahr teurer wird, soll ein kontinuierlicher Anreiz geschaffen werden, auf erneuerbare Energien umzurüsten und die Emissionen im Gebäudesektor nachhaltig zu senken.

3. Keine Förderung für Gas

Der Staat unterstützt dich beim Heizungstausch, aber nur, wenn du auf erneuerbare Energien umsteigst:

  • Neue Gasheizung: 0 € staatlicher Zuschuss. Du zahlst die komplette Anlage aus eigener Tasche.
  • Wärmepumpe: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) läuft auch unter der neuen Regierung weiter. Beim Tausch einer alten Ölheizung gegen eine Wärmepumpe gibt es weiterhin bis zu 80 % Förderung (maximal 22.400 € Zuschuss vom Staat, Stand ab 21.07.2026).

4. Das absolute Enddatum für fossile Heizungen

Das Gesetz sieht ein klares Ablaufdatum vor: Spätestens am 31. Dezember 2044 ist Schluss mit fossilen Brennstoffen. Jede Gasheizung, die heute eingebaut wird, hat also ein eingebautes Verfallsdatum und muss bis dahin stillgelegt oder vollständig mit teuren grünen Gasen betrieben werden.

Was ist günstiger zum Heizen: Öl oder Gas?

Aktuell ist das Heizen mit Gas günstiger als mit Öl. Hier sind die aktuellen Durchschnittspreise für Heizöl und Erdgas in Deutschland (Stand: Juni 2026):

Heizölpreis 2026

Der Preis für Heizöl schwankt täglich, hat sich aber in den letzten Wochen bei folgender Größenordnung eingependelt:

  • Preis pro Liter: ca. 1,25 bis 1,30 €
  • Preis pro 100 Liter: ca. 125 bis 130 €
  • Umgerechnet auf die Heizenergie: ca. 12,5 bis 13,0 Cent pro kWh

Gaspreis 2026

Beim Erdgas kommt es aktuell sehr stark darauf an, in welchem Vertragsverhältnis du dich befindest. Die Preisunterschiede sind enorm:

VertragsartAktueller Preis pro kWh
Neukundentarife (bei Wechsel)ca. 8,0 bis 10,0 Cent
Bestandskunden (Durchschnitt)ca. 11,0 bis 12,0 Cent
Grundversorgung (Standardtarif)ca. 13,0 bis 14,0 Cent

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (20 000 kWh Verbrauch) macht der Unterschied zwischen einem teuren Grundversorger und einem günstigen Neukundentarif derzeit schnell 500 bis 800 € im Jahr aus. Doch auch wenn Gas momentan das Rennen macht, teilen sich beide Energieträger dasselbe Schicksal: Sie werden teurer. 

Da Öl bei der Verbrennung noch mehr CO₂ ausstößt als Gas (etwa 266 g CO₂ pro kWh bei Öl gegenüber 202 g bei Erdgas), schlägt der steigende gesetzliche CO₂-Preis beim Heizöl noch etwas härter zu. Spätestens wenn ab 2028 der neue Europäische Emissionshandel (ETS 2) greift und die CO₂-Preise frei vom Markt gebildet werden, werden die Heizkosten für beide fossilen Brennstoffe stark ansteigen.

EnergieträgerCO₂-Kosten heute (bei 65 €/Tonne)Prognose 2030 (bei 150 €/Tonne)Worst-Case 2030 (bei 250 €/Tonne)
Erdgasca. 310 €/Jahrca. 715 €/Jahrca. 1.200 €/Jahr
Heizölca. 410 €/Jahrca. 950 €/Jahrca. 1.580 €/Jahr

Direktvergleich: Was ist besser, Gas- oder Ölheizung?

Wenn man ausschließlich diese beiden Systeme miteinander vergleicht, ist die Gasheizung der Gewinner, da sie deutlich platzsparender ist, weniger Wartung benötigt und sauberer verbrennt. Zudem stößt Erdgas weniger CO₂ aus als Öl, was angesichts der stark steigenden CO₂-Preise ab 2027 einen spürbaren Kostenvorteil bietet. Dennoch bleiben beide Varianten auf lange Sicht extrem teure fossile Sackgassen. 

Das Rennen zwischen Öl und Gas ist letztlich nur die Frage, welches von beiden Systemen dich in den kommenden Jahren etwas weniger Geld kosten wird. Die wirklich zukunftssichere Lösung – die zudem mit bis zu 70 % vom Staat gefördert wird – bleibt der direkte Umstieg auf eine Wärmepumpe.

Wärmepumpe: Die sinnvolle Alternative zu Öl und Gas

Statt Geld für den Umstieg auf ein anderes fossiles System auszugeben, lohnt sich der direkte Wechsel zu zukunftssicheren Systemen wie der Wärmepumpe. Sie nutzt Umweltwärme aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser und benötigt für den Betrieb nur Strom. Wenn dieser aus erneuerbaren Energien (oder gar der eigenen PV-Anlage) stammt, heizt man nahezu CO₂-neutral.

Das Beste: Der Staat unterstützt den Tausch einer alten Ölheizung gegen eine Wärmepumpe mit enormen Zuschüssen von bis zu 80 %. Wer von Öl auf Gas umsteigt, erhält dagegen 0 % Förderung.

Schon gewusst?

Aktuelle Daten (Statista 2026) belegen einen historischen Wandel:

  • Erneuerbare Energien auf Platz 1: Im Jahr 2025 überholten erneuerbare Energien (33,8 %) erstmals Kohle als größte weltweite Stromquelle.
  • Sauberes Wachstum: Der komplette Zuwachs der globalen Stromnachfrage wurde 2025 durch saubere Energien gedeckt.
  • Fossile auf dem Rückzug: Der Anteil von Kohle und Gas sank von fast 69 % (2012) auf heute rund 57 %.
  • Bedeutung für deine Heizung: Wer heute auf eine strombetriebene Wärmepumpe setzt, heizt dank des stetig grüner werdenden Stromnetzes absolut zukunftssicher und zunehmend klimaneutral.

Fazit: Von Öl auf Gas umrüsten

Der Umstieg von Öl auf Gas ist eine Investition in die Vergangenheit. Er löst das Problem der fossilen Abhängigkeit nicht, schützt nicht vor steigenden CO₂-Kosten und wird durch gesetzliche Auflagen ab 2029 zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko. Wer heute anpackt, sollte den Schritt direkt Richtung Wärmepumpe gehen. Bei hansetherm bekommst du ein Komplettpaket aus einer Hand.

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FAQ

Was kostet es, von Öl auf Gas umzurüsten?

Die Umrüstung von einer alten Ölheizung auf eine neue Gasheizung kostet für ein typisches Einfamilienhaus insgesamt etwa 10.000 bis 17.000 €.

Die Kosten setzen sich grob aus folgenden Posten zusammen:

  • Öltank entsorgen: 1.000–3.000 €
  • Neuer Gasanschluss (oder Flüssiggastank): 1.500–3.000 €
  • Neue Gas-Brennwertheizung inkl. Einbau: 6.000–9.000 €
  • Schornstein anpassen & hydraulischer Abgleich: 1.500–2.000 €

Wichtig dabei: Im Gegensatz zu Wärmepumpen gibt es für den Einbau einer reinen Gasheizung 0 € staatliche Förderung. Du musst die gesamten Umrüstkosten aus eigener Tasche bezahlen.

Kann man eine Ölheizung auf Gas umstellen?

Ja, das ist technisch problemlos möglich. Man kann allerdings nicht einfach nur den Brenner im alten Gerät umbauen, sondern muss den Heizkessel austauschen.

Wird es in 20 Jahren noch Heizöl geben? 

Ja, Heizöl wird es auch in 20 Jahren (2046) noch geben, allerdings kaum noch in privaten Heizungen. Das gesetzliche Enddatum für fossiles Heizen in Deutschland ist der 31. Dezember 2044. Danach ist der Verkauf von rein fossilem Heizöl für Gebäude verboten.

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